Auf Basis Ihrer Krankengeschichte (Anamnese) führen wir eine Hauttestung oder Blutuntersuchung zum Nachweis spezifischer IgE-Antikörper durch. Per Provokationstestung überprüfen wir die Diagnose im Anschluss an die Hauttestung.
Unsere Verfahren
An folgenden Lokalisationen führen wir Provokationstestungen durch:
Offener Epikutantest
Bei diesem Verfahren werden die verdächtigen Allergene auf die Haut oder Schleimhäute (z. B. Lippe) aufgelegt. Dieses Testverfahren kommt bevorzugt bei Kontakt-Urtikaria und einer Nahrungsmittelallergie zum Einsatz. Die Allergene werden hierbei auf die Haut aufgetragen. Nach 15-20 Minuten und in Einzelfällen auch nach 24 und/oder 48 bzw. 72 Stunden erfolgt die Bewertung der Testreaktionen.
Orale oder subkutane Provokationstestung
Bei der subkutanen Provokation werden die Testsubstanzen unter die Haut gespritzt und bei der oralen Testung werden Testsubstanzen (u. a. Arzneimittel) als Kapsel oder Lösung geschluckt. Es werden mehrere Ausweichpräparate, ein Placebo sowie auch der verdächtige Auslöser einer Unverträglichkeits- bzw. allergischen Reaktion jeweils in ansteigender Dosierung (zunächst 10 %, dann 50 % und zuletzt 100 % der üblichen Einzeldosis) verabreicht.
Konjunktivale Provokation
Bei diesem Verfahren wird eine allergenfreie Lösung auf die Bindehaut getropft. Wir wiederholen den Vorgang mit einer allergenhaltigen Lösung (z. B. Pollen, Hausstaubmilben, Tierallergenen oder Schimmelpilzsporen), wenn bei dem allergenfreien Verfahren eine Reaktion ausbleibt. Durch Rötung, Schwellung der Bindehaut sowie Augentränen zeigt sich eine positive Reaktion.
Nasale Provokationstestung
Auch bei der nasalen Provokationstestung erfolgt zunächst die Gabe einer allergenfreien Kontrolllösung auf die Nasenschleimhaut (z. B. mit einem Pumpspray). Mittels der sogenannten Rhinomanometrie erfolgt dann die Messung des Atemwegswiderstandes bei der Ein- und Ausatmung durch die Nase. Sollte es bereits durch die Kontrolllösung zu einer Erhöhung des Atemwegswiderstands oder zu Symptomen wie Juckreiz an der Nasenschleimhaut, Niesattacken, Fließschnupfen oder verstopfter Nase kommen, handelt es sich um eine unspezifische Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Nasenschleimhaut. Kommt es zu diesen Symptomen nur nach Provokation mit der ausgewählten Allergentestlösung, besteht eine Soforttypallergie. Selten können bei einer positiven Reaktion auch obstruktive Atembeschwerden an den unteren Atemwegen auftreten.
Photoprovokationstestung
Bei diesem Verfahren wird eine Provokationstestung mit UV-Licht am unteren Rücken oder in einem zuvor betroffenen Hautareal durchgeführt. Wir bestrahlen die Hautareale an drei aufeinanderfolgenden Tagen erst getrennt mit UV-B-Licht und UV-A-Licht und dann kombiniert. Die Bewertung der Hautareale wird täglich vor und nach der Belichtung durchgeführt sowie am 1., 2., 7. und zusätzlich 14 und 21 Tage nach Beendigung der Provokationstestung.
Was Sie wissen sollten
Die Testungen werden nur unter stationären Bedingungen durchgeführt, wenn das Risiko von schweren Allgemeinreaktionen besteht. Weiterhin dürfen keine Zeichen von Infekten oder akuten allergischen Beschwerden vorliegen. Des Weiteren dürfen in den letzten 7 Tagen keine Antihistaminika und kein Kortison eingenommen worden sein. Die Einnahme von ß-Blockern und ACE-Hemmern sollte erst seit kurzer Zeit erfolgen.
Provokationstestungen können offen (d. h. Ärztin oder Arzt und Patient/-in wissen, was provoziert wird), einfach-blind (nur die Ärztin oder der Arzt weiß, was provoziert wird) bzw. doppelblind (Ärztin oder Arzt und Patient/-in wissen nicht, was provoziert wird) erfolgen.
Bei dem Verdacht auf eine Summationsanaphylaxie werden die verdächtigen Auslöser und den Co-Faktor, z. B. körperliche Anstrengung, zunächst jeweils allein provoziert. Sollte eine Reaktion ausbleiben, erfolgt die Provokation kombiniert (z. B. Verzehr der verdächtigen Nahrungsmittel mit anschließender körperlicher Anstrengung).
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